Rainforest Retreat

"Vanilla aphylla from Southern Thailand" by Pkhun at English Wikipedia - Transferred from en.wikipedia to Commons.. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vanilla_aphylla_from_Southern_Thailand.jpg#mediaviewer/File:Vanilla_aphylla_from_Southern_Thailand.jpg

“Vanilla aphylla from Southern Thailand” by Pkhun at English Wikipedia
Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Einst segelten große Entdecker bis ans andere Ende der Welt um Gewürze zu ergattern. Heute gibt es FedEx. Dies klingt schon wieder nach einem großen Aufruf zur Traditionspflege. Doch keine Sorge, ich habe nicht vor die Vorzüge eines Segelausfluges nach Indien darzulegen. Stattdessen will ich lieber die großartigen Dinge anpreisen, die man sich heute einfach zuschicken lassen kann. Vor ungefähr einem Jahr war ich in Indien auf einer Gewürzplantage zu Besuch. Die Farm ist in den Urwald integriert, wird von Einheimischen bearbeitet und ist auf die angenehmste Art und Weise unprofessionell. Die Produkte könnt ihr hier sehen:

http://www.rainforestours.com/products.htm

Ich werde demnächst wieder ein größeres Packet bestellen. Bei Interesse bitte die genauen Wünsche an info@kulinarische-gesellschaft.de schicken. Fragen sind gerne willkommen.

To clear things up once and for all

Heidelbeeren

Heidelbeeren

Heidelbeeren sind innen hell. Ihr Geschmack ist mild und leicht säuerlich. Sie färben nicht und sind fürs Backen und die generelle Weiterverarbeitung nur bedingt geeignet.
Zu milchbasierten Cremes, wie etwa Quark oder Mascarpone passen sie hervorragend.

Blaubeeren

Blaubeeren

Blaubeeren sind extrem intensiv und färben alles in ein sattes Blau. Sie sind für Pfannkuchen, Muffins und Kuchen aller Art ideal einsetzbar.

Die besten chinesischen Restaurants in Berlin

Ein Jahr lang hat Matthias Meyer chinesische Restaurants in Berlin getestet. In einer zehnteiligen Serie lässt er nun seine kulinarische Rundreise durch China in Berlin Revue passieren. Er erzählt von den Gerichten und Menschen, die er auf seiner Reise kennenlernte und verrät, welche Restaurants man unbedingt entdecken sollte.

Poetenküche in der Hotellobby

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Shan-Shan ****

Nanjing-/Huaiyang-Küche

Gleimstr. 24, Prenzlauer Berg, Tel. 030 4480792, Di-So 8-22 Uhr

Empfehlungen: Ente auf Nanjing-Art, Gürtelfisch nach Art des Hauses, Mao’s Schweinebauch. Auf Vorbestellung: Flusskrebse nach Nanjing-Art, Hühnerfleisch nach Huaiyang-Art, Löwenköpfe

Geheim, geheimer, Shan-Shan? Wer kann denn ahnen, dass sich hinter einer europäischen Karte, in einer Hotellobby im Prenzlauer Berg ein chinesischer Spitzenkoch versteckt? Dass sich die Besitzer, mit dem Hotel im Rücken, den Luxus gönnen, aufwendige und großartige chinesische Spezialitäten anzubieten, die sich ein normales Restaurant niemals leisten könnte? Salzente und Flusskrebse nach Nanjing-Art, Löwenköpfe aus Yangzhou und vor allem das Huhn nach Huaiyang-Art – das ist die hohe und komplexe Kunst einer von Poeten und Malern beeinflussten chinesischen Kochkultur. Auf Vorbestellung zaubert der aus Shanghai kommende Koch, der zuletzt Chefkoch in einem Fünf-Sterne-Hotel in der alten Reichsstadt Nanjing war, berühmte und aufwendige Gerichte der Jiangsu- und Huaiyang-Küche.

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Salzente

Wasserbambus

Wasserbambus

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Koruo aus Schweinebauch

Die besten chinesischen Restaurants in Berlin

Ein Jahr lang hat Matthias Meyer chinesische Restaurants in Berlin getestet.  In einer zehnteiligen Serie lässt er nun seine kulinarische Rundreise durch China in Berlin Revue passieren. Er erzählt von den Essen und Menschen, die er auf seiner Reise kennenlernte und verrät, welche Restaurants man unbedingt entdecken sollte.

 

Von Chinesischen Menüs und Neuanfängen – Hunan-Küche im Yami Yami

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Yami Yami ****

Hunan-Küche

Grunewaldstr. 60, Schöneberg, Di-So 12-22 Uhr, Mo ab 17.30 Uhr

Empfehlungen: Rindfleisch mit Chili und Pfeffer, Schweinedarm, Tofu mit Hackfleisch und Frühlingszwiebeln, geräucherter Fisch mit geräuchertem Schweine- und Hühnerfleisch

Manchmal dreht sich die Welt schneller als Texte geschrieben werden können. Hier also das Update: Der Koch des in der letzten Woche vorgestellten Jing Yang hat inzwischen das Green Lotus in der Grunewaldstraße übernommen und als Yami Yami eröffnet. Für das chinesische Berlin ist dies ein durchaus wichtiges Ereignis, heißt es doch, dass die Hunan-Küche im Yami Yami ein neues Zuhause findet.

Wie bei den meisten Umzügen geht es am Anfang chaotisch zu. Noch stehen Kartons in den Ecken, noch fehlen manche Zutaten, noch üben die Kellner sich mit den zahlreichen Wünschen der Kunden Schritt zu halten. Gemeinsam mit Herrn Liu, dem Besitzer und Koch, stehe ich vor dem Eingang, er deutet auf die LED-Lampen der gegenüberliegenden Sparkasse und erzählt auf Chinesisch von seinen Plänen, die ich in seinen Gesten erahnen kann.

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Während wir uns mit Händen und Füßen verständigen, wird mir bewusst, dass es hier nicht nur um Schriftzüge und Stromleitungen geht, sondern um Größeres. Herr Liu ist vor allem Koch, er wird in der Küche gebraucht. Wie kann er sich gleichzeitig um den Aufbau, den Service und um das Marketing kümmern? Und: Herr Liu ist alleine, seine Frau lebt weit weg in China, er hat keine Familie, die ihn bei dem schwierigen und nervenaufreibenden Projekt einer Restaurantgründung unterstützt. Wie er wohl mit dem Bauamt kommuniziert, wenn er doch kein Deutsch spricht?

Vor diesem Hintergrund rückt das Kochen ins Zentrum. Eine Inhaberin hat mir einmal gesagt, dass sie und ihr Mann nicht gut Deutsch sprechen würden, dass sie keine Ahnung hätten, wie man erfolgreich Werbung macht und dass sie deswegen alles daran setzen, gutes Essen zuzubereiten. In solchen Fällen wird das Kochen zur einzigen Möglichkeit, das Schicksal des Restaurants und der Familie selbst mit zu beeinflussen.

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Gleichzeitig macht diese Konzentration auf das Kochen den Zugang zu manchen chinesischen Restaurants für deutsche Gäste relativ schwer. Wer aber im Yami Yami Geduld und Neugier mitbringt wird belohnt. Noch gibt es zwei Karten, eine deutsche mit Klassikern der chinesischen Küche und eine chinesische mit besonderen Spezialitäten der Hunan-Küche. Solange die chinesische Karte noch nicht übersetzt ist, sollte man nach Empfehlungen fragen – und ergänzen, dass man original-chinesisch essen möchte. Wie schon im letzten Beitrag beschrieben, ist die Hunan-Küche eine der ältesten und schärfsten Regional-Küchen Chinas.

Von den über 4000 Gerichten der Hunan-Küche habe ich bei meinen zwei Besuchen des Yami Yami bisher erst 5 probiert: Gurkensalat mit Knoblauch, Rindfleisch mit Chili, Pfeffer und grünen Bohnen, gebratener Weißkohl mit Chili, Tofu mit Hackfleisch, Frühlingszwiebeln und Erbsen in Paprika-Sauce und ein Gericht aus geräucherten Fisch, Hähnchen- und Schweinefleisch. Vor allem die beiden letzten Gerichte gibt es so in keinem anderen Restaurant Berlins. Besonders gut haben mir das Tofu und das Rindfleisch mit Pfeffer und Chili gefallen.

Fazit: Trotz kleinerer Anlaufschwierigkeiten ist das neue Yami Yami in Schöneberg die erste Anlaufstelle für Hunan-Küche in Berlin. Es bleibt spannend abzuwarten, wie sich das Restaurant fernab der Kantstraße entwickelt. Viel Glück!

Die besten chinesischen Restaurants in Berlin

Ein Jahr lang hat Matthias Meyer chinesische Restaurants in Berlin getestet. Immer auf der Suche nach dem besten chinesischen Restaurant aß er Lotuswurzel, betrunkenes Huhn und Schweinedarm. Er entdeckte eine geheime und wunderbare Welt, die sich in Hotellobbies, alten Wäschereien und hinter chinesischen Menüs versteckte. Ohne je in China gewesen zu sein, begann er zu träumen – von der unvergleichlichen Vielfalt der chinesischen Regionalküchen, vom Chili und Sichuanpfeffer aus Hunan und Sichuan, von Löwenköpfen aus Hangzhou, Xiao Long Bao aus Shanghai, Nudeln aus Lanzhou, Enten aus Nanjing, von Dim Sum aus Guandong, den Eintöpfen des Nordostens und den Lammgerichten des muslimischen Westens. In einer zehnteiligen Serie lässt Matthias Meyer nun seine kulinarische Rundreise durch China in Berlin Revue passieren. Er erzählt von den Essen und Menschen, die er auf seiner Reise kennenlernte und verrät, welche Restaurants man unbedingt entdecken sollte.

 

Revolutionäre Chilis – Hunan-Küche im Jing Yang

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Jing Yang ***

Hunan-Küche

Empfehlungen: Dong’an-Hühnchen, Schweinefleisch mit Paprika und Chili, gedämpftes, herzhaftes Schweinefleisch mit eingelegtem Gemüse, Fischkopf mit Chili

Albrechtstr. 125, Steglitz

Tel. 030 79255763

Mo-So 12-22 Uhr

Der in der chiliverrückten Hunanprovinz geborene Mao Zedong machte Chilis zum Mittel der Politik: „Je mehr Chilis man essen kann, desto mehr ist man Revolutionär. Wer keine Chilis isst, dessen revolutionärer Geist ist nicht stark genug.“ Revolutionäre beweisen ihre Stärke am Küchentisch, in der Auseinandersetzung mit scharfen Chilischoten trennen sich Revolutionäre von Reaktionären. Revolutionäre lieben Hunan-Küche. „Das Grundnahrungsmittel der Revolution ist Chili – wer keine Chilis essen kann, der taugt nicht zum Kampf.“

Xiaoying Lin kommt auch aus Hunan, hat aber gerade andere Interessen als Mao: Ob ich in einer Beziehung sei, fragt die freundliche Inhaberin des Jing Yang China Imbiss. Während sie Namen auf ein kleines Zettelchen schreibt, erzählt sie, dass sie zwei sehr hübsche, sehr kluge und sehr fleißige Studentinnen kennen würde, die auch gerne heiraten wollten. Ob sie den Kontakt herstellen dürfe?

Sie selbst hatte ihren deutschen Mann im Supermarkt kennengelernt. Er hatte verstanden, dass der Weg ins Herz chinesischer Frauen über das gemeinsame Essen geht. Nach zahllosen Gesprächen über die chinesischen Regionalküchen und wiederholten Einladungen zum Teetrinken landeten die beiden vorm Traualtar. Essen verbindet „wie die Zuckerfäden karamellisierter Süßkartoffeln.“

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Im kleinen Jing Yang kann man beides, sich als Revolutionär beweisen als auch beim gemeinsamen Essen verbinden. Zusammen mit dem Asia Deli im Wedding (Review von Mary Scherpe auf stilinberlin.de) und dem nagelneuen Yami Yami am Bayerischen Platz (Review folgt in Kürze) bildet das Jing Yang die Hunanfraktion in Berlin. Die Hunanprovinz liegt im südlichen Zentrum Chinas und stellt die schärfste aller chinesischen Regionalküchen dar. Die Hunan-Küche ist so etwas wie der kleine Bruder im Schatten der weltbekannten Sichuanküche. Statt nach dem betäubenden Geschmack des Sichuanpfeffers schreit der Kleine nach Chili, ganz viel Chili.

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Nachdem das Jing Yang vor zwei Monaten den Besitzer wechselte, wurde das kleine Lokal komplett renoviert. Neugierig, ob es auch eine kulinarische Neuausrichtung geben würde, war ich in der letzten Woche zur Eröffnung da.

Im Vergleich zu der kargen Ausstattung von früher ist das neue Jing Yang chic und modern eingerichtet. Es gibt eine neue Karte, die Preise sind um einen Euro gestiegen, aber ansonsten hat sich nicht viel verändert. Die Köche sind die gleichen, die Speisekarte wurde leicht überarbeitet, ein, zwei neue Gerichte ergänzt und ein, zwei alte weggelassen.

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Wir bestellten Jasmintee, Gurkensalat und in 5 Gewürzen eingelegtes Rindfleisch als Vorspeisen. Dazu gab es Hühnermägen und eingelegten Rettich als Gruß aus der Küche. Als warme Gerichte bestellten wir Feuertopf mit Lammfleisch und Chili, Schweinebauch nach Bauernart mit Chili und Aubergine mit Salzeigelb. Zum Abschluss gab es frische Wassermelone.

Fazit: Das Jing Yang gehört zum Typus der kleinen, versteckten Chinabistros, wo man zu günstigen Preisen fast authentisches und gutes chinesisches Essen bekommt. Zwar alles etwas einfach, dafür aber in guter Gesellschaft chinesischer Studenten.

*Anmerkung zu den Bewertungen: Alle hier vorgestellten Restaurants sind besondere Empfehlungen. Insgesamt wurden mehr als 30 chinesische Restaurants in Berlin getestet. Besuchte und nicht empfohlene Restaurants werden in dem Guide nicht besprochen. Um Vergleiche zwischen den hier vorgestellten Restaurants zu ermöglichen und um insgesamt bei der Orientierung zu helfen, wurde eine Bewertungsskala von 1-5 Sternen genutzt. Alle hier aufgeführten Restaurants wurden mindestens zwei Mal getestet. Bei den Bewertungen standen Lokale im Fokus, die den Anspruch haben, original-chinesische Spezialitäten anzubieten. Restaurants, die sich auf Buffets konzentrieren, habe ich in die Auswertung nicht mit einbezogen. Bei der Bewertung stand die Zubereitung, die Spezialisierung auf originale und besondere Gerichte und die Qualität der Zutaten im Vordergrund. Auch der Service spielte dabei eine Rolle. Das Ambiente war für mich bei den Bewertungen nachrangig.

Ich verstehe die Liste als eine Art Wegweiser durch die chinesische Küche in Berlin und freue mich auf Empfehlungen, Ergänzungen und Kommentare!